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Claudius Veit

Spur-Z und digitales Fahren? Geht das überhaupt?
Wie fange ich an? Was benötige ich? Was kostet das?

So viele Fragen stellen sich dem Z-Bahner zu Beginn seiner digitalen Ära.
Meistens sind die Ansprüche zu Beginn der Digitalisierung noch klein. Da ist es schon  ein Erfolg, wenn der digitale Mehrzugbetrieb zum ersten Mal funktioniert. Doch jedesmal ist es ein stetiges Wachsen der Ansprüche zusammen mit der Anlage.
Und jedesmal ist es ein Weg voller Neuerungen, Technik und Spielspass.
Inzwischen sind aus vielen Digitalanfängern Digitalprofis geworden und können sich den analogen Betrieb gar nicht mehr vorstellen. Und das, obwohl der digitale Betrieb in unserer Spur-Z gerne noch als unmöglich hingestellt wird.

Welche Digitalformate gibt es?

Was ist der Unterschied zwischen diesen drei Formaten?

Was benötige ich für den Anfang?

Was kostet das Ganze?

Gibt es weiterführende Literatur?

Und wenn es nicht gleich funktioniert?

Was ist ein Booster und wozu benötigt man so etwas?

Kondensatoren in den Anschlussgleisen müssen raus!

Wird es VELMO Decoder auch für Dampfloks geben?


Welche Digitalformate gibt es?
Zunächst müssen Sie sich entscheiden, welches Digitalformat Sie verwenden möchten.
Es stehen drei zur Auswahl: DCC, SelecTRIX* und MM (Märklin* Motorola*).
DCC ist auf der Welt am weitesten verbreitet und es gibt das meiste Zubehör im Handel.
SelecTRIX* ist vor allem in Deutschland verbreitet. Der Grund dafür ist in der Vergangenheit zu finden: Die ersten Decoder, die klein genug für Spur Z waren, kamen von Herstellern, die das SelecTRIX* Format anbieten.
Inzwischen gibt es bei der Größe der Decoder zwischen den Formaten keine großen Unterschiede mehr.
MM ist von Märklin* als eines der ersten Digitalsysteme ursprünglich für die Spur H0 entwickelt worden. Auch die Decoder für dieses Format passen inzwischen durchaus in Spur Z Loks und funktonieren im Prinzip genauso wie die anderen Formate. Decoder für dieses Format haben wir nicht im Programm.

Was ist der Unterschied zwischen diesen drei Formaten?
Der Unterschied liegt hauptsächlich im Protokoll, mit dem die Zentrale mit den Loks, den Weichen, den Signalen usw. kommuniziert. Das ist wie eine Sprache, die über das Gleis an die Loks gesendet wird. Und jedes der Formate spricht seine eigene Sprache. Der Unterschied der Sprachen ist im Prinzip ähnlich wie bei Benzinautos und Dieselfahrzeugen: Alle funktionieren in etwa gleich, sind jedoch nicht kombinierbar, weil jeder seinen speziellen Treibstoff benötigt.
Es gibt zwar Zentralen, die können mehrere Sprachen (z.B. DCC und SelecTRIX* gleichzeitig) diese sind jedoch preislich höher angesiedelt als z.B. reine DCC Zentralen.

Was benötige ich für den Anfang?
Für eine kleine Anlage, die am Anfang der Digitalisierung steht, würde ich zunächst folgendes empfehlen: Schauen Sie mal im Internet oder auf einer Börse z.B. nach einer günstigen DCC Zentrale. Schauen Sie dazu ruhig bei den Kollegen des großen H0 Maßstabs. Meistens erhalten sie eine komplette Zentrale mit Trafo aus einer zerpflückten Startpackung.
Wenn Sie bereits einen analogen Märklin*-Trafo besitzen, können sie ihn gegebenenfalls weiterhin zur Versorgung der Digitalzentrale einsetzen. Weitere Informationen darüber finden sie auf unserer Homepage unter
Digitalspannung.
Zudem benötigen Sie für jede Lok einen Decoder. Den erhalten Sie z.B. bei uns, wenn Sie eine Ihrer Drehgestellloks digitalisieren wollen. Der Einbau ist so einfach, dass Sie ihn ohne Löten, Feilen oder Fräsen in 10 Minuten selbst durchführen können. Sie müssen lediglich die Platine in Ihrer Lok und gegebenenfalls einige Schrauben austauschen. Als Werkzeug benötigen Sie lediglich einen kleinen Schraubenzieher. Welcher Decoder in welche Lok passt, sehen Sie auf unserer
Produkte Seite.
Mehr benötigt man zunächst nicht, um digital zu fahren.
Die Weichen und Signale können zunächst weiterhin wie bisher durch Tastenstellpulte angesteuert werden.
Man muss also gar nicht alles gleichzeitig digitalisieren. Und einen PC benötigt man auch nicht, wie man es manchmal vermuten mag. Der ist nur dann nötig, wenn man z.B. Abläufe auf der Anlage automatisch steuern oder ein Gleisbildstellwerk realisieren möchte.

Was kostet das Ganze?
Günstige Zentralen sind bereits für unter 100,- EUR zu haben, Lokdecoder sind bei uns ab 69,- EUR erhältlich. Mit ein bisschen Glück kann der digitale Spielspass für zwei Loks schon für unter 200,- EUR losgehen.
Bei größeren Anlagen ist durchaus eine Zentrale aus dem teureren Segment möglich. Welche das genau sein kann, hängt von den Neigungen jedes Einzelnen ab.
Soll es eine mit Grafikdisplay sein? Vielleicht sogar in Farbe für ein Gleisbildstellwerk? Oder genügt ein Display mit Text? Soll nur digital gefahren werden oder soll auch digital geschaltet werden? Wie viele Loks sollen gleichzeitig fahren können? Soll ein PC angeschlossen werden? Und, und, und.
Dabei gibt es eine große Auswahl von Digitalzentralen der Firmen ESU*, Lenz*, Märklin*, MÜT*, Rautenhaus*, ROCO*, Tams*, Trix*, Uhlenbrock*  usw.
Wichtig ist nur: Das Format (DCC, SelecTRIX* usw.) muss bei allen Komponenten gleich sein und die Spannung am Gleis (12V Digitalspannung) muss passen.

Gibt es weiterführende Literatur?
Leider gibt es kein Buch über digitale Modellbahn speziell für Z. Im Gegenteil:
Die Autoren ignorieren Z meist vollständig. Trotzdem gelten die digitalen Regeln für alle Spurweiten.
Buchempfehlungen finden Sie bei uns auf der Webpage unter
Links / Bücher.

Und wenn es nicht gleich funktioniert?
Manchmal steckt der Teufel im Detail und nichts will klappen. Gerade am Anfang weiss man oftmals nicht genau, wo der Fehler zu suchen ist: Stimmen die Einstellungen der Zentrale? Oder liegt es am Decoder? Stimmt die Gleisspannung? Ist alles richtig angeschlossen?
Dann schreiben Sie mir eine E-Mail. Bisher haben alle unsere Kunden die digitalen Hürden genommen und eine funktionsfähige Digitalanlage verwirklicht.

Kondensatoren in den Anschlussgleisen müssen raus!
Noch ein wichtiger Tipp für den Anfang:
Entfernen Sie unbedingt die Kondensatoren in sämtlichen Anschlussgleisen Ihrer Anlage. Auch aus solchen Anschlussgleisen, die vielleicht noch irgendwo in Ihrer Anlage verbaut sind und möglicherweise gar nicht zum Einspeisen verwendet werden. Das gilt natürlich auch für das Programmiergleis.
Diese stören das Digitalsignal dermaßen, dass ein Digitalbetrieb nicht möglich ist!

Was ist ein Booster und wozu benötigt man so etwas?
Am Anfang, bei wenigen Zügen funktioniert die von mir beschriebene Methode (Märklin*-Trafo versorgt Zentrale) noch wunderbar. Sobald man mehr als 4 Züge gleichzeitig fahren lässt, müssen diese irgendwie versorgt werden, ohne dass die Spannung in die Knie geht und die Zentrale wegen zu hohem Strom abschaltet.
Man unterteilt die Anlage in unterschiedliche Abschnitte, die jeweils durch einen eigenen Booster versorgt werden. Der Booster wiederum ist mit der Zentrale verbunden und versorgt so seinen Stromkreis mit dem Digitalsignal.
Zum Beispiel habe ich zwei Kreise, den Bahnhof und die beiden BWs in je einen eigenen Stromkreis aufgeteilt und versorgt. Jeder Booster wird durch einen eigenen Trafo versorgt und muss ausgangsseitig auf 12V Gleisspannung eingestellt werden.
Theoretisch könnte man auch mit einem einzigen, leistungsstarken Booster die gesamte Anlage versorgen, doch dem ist dringend abzuraten. Diese Methode hat den Nachteil, dass ein Kurzschluss auf der Anlage bei einer hohen Ausgangsleistung des Boosters möglicherweise gar nicht erkannt wird und die Lok oder das Gleis selbst Schaden nimmt.
Mehrere Booster mit jeweils 2A Strombegrenzung schalten da schnell und sicher ab und es "schmort" nichts so leicht kaputt.
Im Prinzip kann jeder Booster eingesetzt werden, der sich auf 12V Gleisspannung einstellen lässt und dessen Strombegrenzung auch z.B. auf 2A eingestellt werden kann. Wichtig ist auch, dass die Gleisspannung vom Booster geregelt ist, also unabhängig von der Belastung konstant gehalten wird.

Wird es VELMO Decoder auch für Dampfloks geben?
Schon öfters kam die Anfrage bei uns an, ob nicht Dampfloks auch so einfach digitalisierbar seien wie die Drehgestellloks.
Da unsere Idee darauf aufbaut, die bestehenden Leiterplatten in den Loks durch Decoder zu ersetzen und Dampfloks keine Leiterplatten haben, funktioniert unser Konzept hier nicht.
Allerdings haben wir inzwischen so viele Erfahrungen mit Decodern gesammelt, dass wir uns auch mit der Digitalisierung von Dampfloks beschäftigen werden.
Nur wann genau das sein wird, können wir zur Zeit nicht abschätzen. Zudem wir noch genügend Loks, Waggons und Triebwagenzüge mit Leiterplatten vor uns haben, die alle noch digitalisiert werden wollen. Deshalb kann es durchaus noch das eine oder andere Jahr dauern, bis wir bei den Dampfloks angekommen sind.
Bei Dampfloks geht es meist nicht ohne Fräsen und Feilen. Auch hierfür gibt es Spezialisten, die den Umbau vornehmen, wenn man sich diese Arbeiten selbst nicht zumuten möchte. Aber irgendwann kommt sicherlich der Tag, an dem man es selbst probiert. Garantiert. Und dann ist man stolz, es selbst geschafft zu haben.

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* ESU, Lenz, Märklin, Motorola, MÜT, Rautenhaus, ROCO, Selectrix, Tams, Trix, Uhlenbrock:
Alle erwähnten Firmennamen und Bezeichnungen sind entweder Firmennamen oder Warenzeichen des jeweiligen Herstellers oder Inhaber der Rechte.